28.08.2023

✔ Frugalismus: Frugalismus kommt vom lateinischen Wort „frugalis“, was so viel wie „sparsam“ bedeutet.

✔  Lebensstil: Das Prinzip des Frugalismus ist es, möglichst früh finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen.

✔  Frugalist: Ein Frugalist ist jemand, der dem frugalistischen Lebensstil folgt und einen Großteil seines Einkommens spart, um früh finanziell unabhängig zu sein.

Bedeutung: Was ist Frugalismus & wie funktioniert der Lebensstil?

Frugalismus ist eine Lebensphilosophie, die auf der Idee basiert, weniger zu konsumieren und schnellstmöglich finanzielle Unabhängigkeit anzustreben. Der ursprüngliche Gedanke zielt darauf ab, Ausgaben zu minimieren und den Großteil des Geldes zu sparen, um möglichst früh in den Ruhestand gehen zu können. Diese Form wird auch als „FIRE“ Bewegung bezeichnet (Financial Independence, Retire Early) und stammt aus Amerika. 

Mit der Zeit hat sich die Grundidee des Frugalismus-Prinzips allerdings etwas erweitert. Sie besteht nicht mehr nur darin, die finanzielle Freiheit zu erreichen, sondern auch darin, bewusster zu konsumieren. Zusätzlich zielt sie darauf ab, dass Frugalisten trotz hoher Einsparungen sowohl nach als auch vor dem Renteneintritt ein möglichst erfülltes Leben führen. Für moderne Frugalisten stellt sich daher stets die Frage, wie sie selbstbestimmt und effektiv mit ihrem Kapital umgehen können und wie zufrieden sie dabei mit ihren Entscheidungen sind.

Was ist der Unterschied zwischen Frugalismus und Minimalismus?

Oftmals wird Frugalismus mit Minimalismus gleichgesetzt, da beide Konzepte auf bewussten Konsum abzielen. Der Hauptunterschied liegt jedoch in den Zielen: Während Minimalisten sich von materiellen Besitztümern befreien, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, streben Frugalisten finanzielle Freiheit an, indem sie sparsam leben und ihr Vermögen gezielt aufbauen.

Wie kann man das Prinzip des Frugalismus umsetzen?

Das Fundament des frugalistischen Lebensstils liegt im Sparen und Investieren. Dabei beruht das Prinzip auf unterschiedlichen Phasen - der Anspar- und der Entnahmephase:

Die Ansparphase

Während der Ansparphase sieht der Frugalismus vor, dass konkrete Spar- und Anlageziele festgelegt und konsequent verfolgt werden. Dabei verzichten Frugalisten weitestgehend auf hohe Ausgaben und konzentrieren sich auf einen eher sparsamen Lebensstil. Beispielsweise werden Mietkosten durch die Wahl der Wohnung auf ein Minimum reduziert, persönliche Wünsche vor dem Kauf gut durchdacht und die Anschaffung von Luxusgütern wenn möglich vermieden.

Zudem spielen das Einkommen und das bestehende Vermögen eine erhebliche Rolle beim Frugalismus. Je nach Höhe des Verdienstes und des bestehenden Kapitals ist es für Sparer einfacher, ihr Ziel zu erreichen. Demzufolge ist es nicht unüblich, dass Frugalisten häufig in gut bezahlten Berufen arbeiten, um ihr Privatvermögen schnellstmöglich zu erhöhen – darunter Juristen, Informatiker oder Ingenieure.

Ein entscheidender Faktor für das Ziel der finanziellen Freiheit ist allerdings nicht nur das reine Sparen, sondern auch die Geldanlage, um das Vermögen zu steigern und passives Einkommen zu generieren. Hierbei setzen Frugalisten in der Regel eher auf langfristige und wertsteigernde Anlageprodukte als auf das schnelle Geld. Das Portfolio eines Frugalisten beinhaltet daher häufig Aktien, ETFs, Immobilien oder andere Wertanlagen und für ein stabiles Fundament Tagesgeld- und Festgeldangebote. Bei ZINSPILOT und unserem Partner WeltSparen erhalten Sparer diese mit einem Zinssatz von bis zu 3,70 % p. a.
 

Die Entnahmephase

Für die meisten Frugalisten spielt vor allem die sogenannte 4-Prozent-Regel eine erhebliche Rolle bei der Entnahmephase. Diese entwickelten Experten der Trinity University 1998 in Texas im Rahmen einer Studie.

Anhand der Studie wurde bestimmt, wie hoch die Summe der Ersparnisse sein müsste und wie viel Sparer sich in der Entnahmephase monatlich auszahlen dürften, um in der Theorie nicht mehr arbeiten zu müssen. Hierbei kamen die Experten zu dem Schluss, dass für einen frühzeitigen Renteneintritt das 25-Fache des jährlichen Bedarfs benötigt wird und dass eine gute Entnahmerate bei jährlich 4 % liegt.

Für einen frei gestaltbaren Ruhestand ab 40 Jahren würden Frugalisten zum Beispiel bei einem Bedarf von 40.000 € pro Jahr 1 Million € als Startkapital bis zum Erreichen des gesetzlichen Rentenalters benötigen. Wurde das Ziel erreicht, gilt anschließend für die Entnahmephase, dass jährlich 4 % des Kapitals entnommen werden. Aufgrund dieser Regel und einem diversifizierten Anlageportfolio aus beispielsweise ETFs, Kryptowährungen, Tagesgeld und Festgeld könnten Frugalisten im Idealfall allein von den Zinsen leben.

Wie viel Geld ist notwendig, um frugal zu leben?

Viele Frugalisten streben eine Sparquote zwischen 30 und 80 % ihres Nettoeinkommens an. Im Vergleich zur durchschnittlichen Sparquote in Deutschland legen Frugalisten so bis zu 68,7 % mehr beiseite.

Bei einem Nettoeinkommen von 3.000 € im Monat und einem Sparziel von 50 % läge die Sparrate demnach bei 1.500 €. Ein Beispiel für eine frugalistische Lebensweise zeigt Oliver Noelting, ein bekannter deutscher Frugalist. Er hat den Frugalismus für sich maximal optimiert und gibt selten mehr als 800 € im Monat aus.

Wie lange dauert es, um finanzielle Unabhängigkeit als Frugalist zu erreichen?

Die Zeit, die benötigt wird, um finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen, hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Einkommen, den Lebenshaltungskosten und der Sparquote ab. Es gibt jedoch einfache Sparmöglichkeiten, die die Unabhängigkeit beschleunigen können:

Finanzplan erstellen

Für ein noch besseres Bewusstsein in Sachen Geld kann es sinnvoll sein, sich einen Überblick über die eigene finanzielle Situation zu verschaffen. Das funktioniert zum Beispiel mit einem individuellen Finanzplan beziehungsweise einem Frugalismus-Sparplan.

Fixkosten anpassen 

Zwar sind einige Fixkosten, wie etwa die bestehende Miete nicht veränderbar, andere wie Handyverträge, Stromanbieter oder Versicherungen lassen sich in der Regel jedoch optimieren. Dafür stehen Sparern online unzählige Vergleichsmöglichkeiten zur Verfügung.

Impulskäufe vermeiden

Spontane Käufe sind meist teuer und oft sogar unnötig. Wer stattdessen seinen Einkauf plant und sich über einzelne Produkte informiert, kann dadurch bares Geld sparen.

Reparieren statt neu kaufen

Häufig lassen sich zum Beispiel Möbel oder Geräte mit ein paar kleineren Handgriffen günstig reparieren. Zur Unterstützung bieten entsprechende Onlineplattformen dafür oftmals gute Anleitungen.

Steuern sparen

Aktiv Steuern sparen funktioniert unter anderem über die sorgfältige Erstellung der jährlichen Steuererklärung und unterjährig über die Einrichtung eines Freistellungsauftrags. Durch diesen können Sparer ihre Kapitalerträge komplett oder zumindest teilweise von der deutschen Besteuerung befreien lassen. Zusätzlich lohnt es sich bei ausländischen Anlageprodukten, die notwendigen Dokumente für die Quellensteuer einzureichen, insofern diese abgeführt wird.

Investieren

Investitionen sind ein weiterer zentraler Aspekt des Frugalismus. Frugalisten wählen oft kostengünstige, breit gestreute Indexfonds (ETFs), um ihr Geld anzulegen. Unser Partner WeltSparen ermöglicht das Anlegen in ETFs, eine Option, die nicht nur für ETF-Anfänger geeignet ist. Das Angebot an verschiedenen Anlagemöglichkeiten der Plattform erlaubt es jedem Investor, gemäß seinen individuellen Präferenzen und seiner Risikotoleranz in ein maßgeschneidertes ETF-Portfolio zu investieren. Dies ist bereits ab einer Mindestsparrate von 50 € im Monat möglich.

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Vor- und Nachteile des Frugalismus

Der Frugalismus hat sowohl einige Vor- als auch Nachteile – diese können je nach individueller Situation variieren. Zu den Vorteilen gehören unter anderem die finanzielle Freiheit und ein bewussteres Leben. Mögliche Einschränkungen können dagegen zu den Nachteilen des Frugalismus-Prinzips zählen. Ebenso kann es besonders für Menschen mit niedrigem Einkommen herausfordernd sein,  die hohen Sparquoten zu erreichen, die der frugalistische Lebensstil vorschlägt.


Vor- und Nachteile im Überblick:

VorteileNachteile
  • Finanzielle Unabhängigkeit: Frugalisten zielen darauf ab, früh finanziell frei zu sein, um sich wesentlichen Themen zuwenden zu können.
  • Einschränkungen: Um hohe Sparquoten zu erreichen, verzichten einige Frugalisten auf Annehmlichkeiten oder Vergnügungen. Dabei kann der materielle Komfort geringer Ausfallen als bei weniger sparsamen Menschen.
  • Bewusster Konsum: Frugalismus kann einen besseren Umgang mit Geld fördern, indem weniger und nachhaltiger gekauft wird und Konsumgüter länger verwendet werden.
  • Schwierigkeiten bei geringem Einkommen: Die hohen Sparquoten, die für den Frugalismus typisch sind, können für Menschen mit geringem Einkommen schwieriger zu erreichen sein.
  • Verminderter Stress:  Durch ein geringes Maß an Konsum und die Fokussierung auf Wesentliches können finanzielle Sorgen und Stress reduziert werden. 
  • Kompromisse: Es kann zu Herausforderungen kommen, wenn der frugalistsische Lebensstil anderen Lebensstilen gegenübergestellt wird. Freunde und Familie könnten beispielsweise andere Ansichten vertreten, die sich nicht immer mit dem Frugalismus vereinbaren lassen.
  • Nachhaltigkeit: Frugalismus kann einen bewussten Umgang mit Ressourcen und eine nachhaltige Lebensweise fördern
  • Ungewisse Zukunft: Trotz aller Planung und Vorbereitung kann niemand die Zukunft vorhersagen. Unerwartete Ereignisse könnten die Pläne eines Frugalisten beeinträchtigen.
  • Fokus auf Erfahrungen: Anstatt Geld für materielle Dinge auszugeben, konzentrieren sich Frugalisten darauf, Erlebnisse und zwischenmenschliche Beziehungen zu schätzen.
  • Vereinbarkeit mit Kindern: Kinder können zusätzliche finanzielle Herausforderungen darstellen, die den Frugalismus erschweren könnten.

Fazit: Bewusster Umgang mit Geld und finanzielle Freiheit mit Frugalismus

Einen hohen Geldbetrag ansparen, um frühzeitig die Wahl zu haben, wie man sein weiteres Leben gestaltet, so funktioniert Frugalismus in der Theorie. In der Praxis ist Frugalismus allerdings kein Modell, das für jeden gleich gut passt. Dennoch bietet die Auseinandersetzung mit der Philosophie des frugalen Lebens gute Ansätze dafür, wie man mit Ressourcen bewusster umgehen und wie Geld besser gespart und investiert werden kann. Nach dem Prinzip des Frugalismus funktioniert das beispielsweise mit ETFs oder auch Tages- und Festgeld. Die Angebote von ZINSPILOT und WeltSparen können Frugalisten demnach unterstützen, ihr langfristiges Ziel zu erreichen, frühzeitig finanziell unabhängig zu werden.

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