Wichtige Informationen zur Steuererklärung 2017 und was sich 2018 beim Thema Steuer ändert

Auch in diesem Jahr gilt der 31. Mai als Abgabetermin für diejenigen, die ihre Einkommensteuererklärung für 2017 selbst ausfüllen. In weiten Teilen Deutschlands wie in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, im Saarland und in einigen Regionen von Sachsen und Thüringen verschiebt sich die Frist für die Abgabe in diesem Jahr auf den 1. Juni 2018. Der Grund dafür ist der Feiertag Fronleichnam. Beauftragen Sie einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein, haben Sie noch bis zum 31. Dezember die Möglichkeit, Ihre Steuererklärung einzureichen. Warten Sie noch auf wichtige Unterlagen oder waren Sie in den vergangenen Monaten für längere Zeit krank? Ganz gleich wie die Begründung lautet: Es gibt viele Gründe, die eine verpasste Abgabefrist rechtfertigen. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen eine Fristverlängerung vor dem Stichtag zu beantragen. Für alle Steuerzahler stehen neben einer veränderten Abgabefrist zukünftig einige interessante Änderungen im Steuerrecht an. Erfahren Sie bei uns, was sich 2018 in Sachen Besteuerung ändert.
 

Rentenversicherung sinkt, Sozialversicherungsbeitrag steigt für Gutverdiener

Die gute Nachricht vorweg: Der Rentenversicherungsbeitrag sinkt um 0,1 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent. Gleichzeitig fallen aber höhere Abgaben für die Sozialversicherung für diejenigen an, die mehr als 52.200 Euro pro Jahr verdienen. Grund dafür ist, dass die Beitragsbemessungsgrenzen steigen. Die Grenzen bei der Kranken- und Pflegeversicherung werden um 900 Euro auf 53.100 Euro jährlich angehoben. Zusätzlich steigen auch die Grenzen bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung um 1.200 Euro auf 78.000 Euro in den alten Bundesländern und um 1.800 Euro auf 69.000 Euro in den neuen Bundesländern.
 

Höhere Riester-Zulagen

Seit dem 1. Januar 2018 steigt die Grundzulage für Riester-Versicherte von 154 Euro auf 175 Euro. Die Kinderzulage für Kinder, die ab dem 1. Januar 2008 geboren wurden, bleibt unverändert bei 300 Euro. Für die Jahrgänge davor gilt die Kinderzulage von 185 Euro.
 

Mehr für das Alter absetzen

Viele Versicherungsbeiträge werden als Vorsorgeaufwendungen gewertet, die Sie in Ihrer Steuererklärung als Sonderausgaben eintragen können. Ab 2018 können Sparer Ausgaben für die private und gesetzliche Rentenversicherung und ihr gleichgestellte Aufwendungen in der Steuererklärung bis zu einem Höchstbetrag von 23.712 Euro geltend machen. Der prozentuale Anteil, den das Finanzamt von den eingezahlten Beiträgen berücksichtigt, nimmt von 84 Prozent auf 86 Prozent zu. Das bedeutet, dass im Jahr 2018 maximal 20.393 Euro als Sonderausgaben abzugsfähig sind – das entspricht 86 Prozent von 23.712 Euro. Für verheiratete Paare verdoppelt sich der Betrag auf 47.424 Euro.
 

Hohe Steuern für Neurentner

Für alle Rentner, die seit diesem Jahr in Rente sind, gilt: Wer seit Januar 2018 Jahr die gesetzliche Rente bekommt, muss 76 Prozent der Jahresbruttorente versteuern – zwei Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr. Damit erhalten Neurentner nur noch 24 Prozent ihrer Rente steuerfrei. Außerdem sinkt der Altersentlastungsbetrag auf höchstens 912 Euro. Der Altersentlastungsbetrag reduziert steuerpflichtige Einkünfte aus Kapitalerträgen, Mieteinnahmen und Nebentätigkeiten, sowie aus Altersbezügen wie Riester-Rente oder Auszahlungen aus Betriebsrenten. Erhalten Sie 2018 erstmals eine lohnsteuerpflichtige Pension, dann müssen Sie sich auf einen Versorgungsfreibetrag von nur noch maximal 1.872 Euro inklusive Zuschlag einstellen.
 

Der Grundfreibetrag steigt

Eine erfreuliche Nachricht für alle Steuerzahler: Der Grundfreibetrag steigt im kommenden Jahr von 8.820 Euro auf 9.000 Euro für Singles und auf 18.000 Euro für Ehepaare. Alle zwei Jahre beschäftigt sich das Bundeskabinett mit dem Thema Existenzminimum, überprüft den steuerfreien Betrag und passt diesen an, da in der Regel die Lebenshaltungskosten stetig steigen.
 

Kosten für Arbeitsmittel absetzen

Steuerzahler profitieren ab sofort von einer großzügigen Erhöhung des Betrages bei der Absetzbarkeit von Arbeitsmitteln: Wenn Sie sich ab dem 1. Januar 2018 beispielsweise einen Computer angeschafft haben, liegt die Grenze jetzt bei 800 Euro netto (952 Euro inklusive Mehrwertsteuer). Bisher lag die Grenze zur Absetzung dieser „geringwertigen Wirtschaftsgüter“ als Werbungskosten bei einem Warenwert von 410 Euro netto je Posten.
 

Höheres Kindergeld, aber mit strengeren Fristen

Auch beim Thema Kindergeld gibt es positive Neuigkeiten, jedoch mit einem Beigeschmack: Das Kindergeld wird um zwei Euro pro Monat und Kind erhöht. Wie gewohnt können Eltern je nach günstigerer Alternative auch vom steigenden Kinderfreibetrag um 72 Euro auf 4.788 Euro profitieren. Jedoch wird 2018 die Frist für den Kindergeldantrag strenger, da dieser nur noch sechs Monate rückwirkend gestellt werden kann und nicht mehr wie bisher vier Jahre.
 

Änderungen für Fondsanleger 

Für Anleger von Aktien- und Investmentfonds treten in diesem Jahr komplexere Änderungen in Kraft. Auf bestimmte Erträge müssen deutsche Fonds künftig 15 Prozent Körperschaftssteuer zahlen. Somit können die Fonds weniger ausschütten und neu anlegen. Als Ausgleich erhalten Sparer Frei­stel­lungen von der Abgeltung­steuer. Reine Rentenfonds sind von der Regelung nicht betroffen. Die Höhe der Teilfrei­stel­lungen richtet sich nach der Zusammenset­zung des Fonds. Bei einem Misch­fonds mit wenigs­tens 25 Prozent Aktien­anteil bleiben beispiels­weise 15 Prozent der Ausschüttungen steuerfrei. Investiert der Fonds in Immobilien, liegt der Frei­betrag sogar bei bis zu 80 Prozent. Die Teilfrei­stel­lungen gelten für alle Erträge, also Dividenden und Verkaufs­gewinne. Außerdem ersetzt die Methode die Anrechnung der im Ausland gezahlten Quellen­steuern. 

Wenn Sie Ihre Fondsanteile vor 2009 erworben haben, gilt ab 2018 für Kurs­gewinne nur noch ein persönlicher Frei­betrag von 100 000 Euro. Dabei wird allerdings erst ab 2. Januar 2018 gerechnet. Bis Ende 2017 aufgelaufene Kurs­gewinne bleiben steuerfrei. In den nächsten Jahren werden also nur dann Steuern fällig, falls einige Hundert­tausend Euro im Depot liegen.
 

Ab 2019 Verlängerung der Abgabefrist um zwei Monate

Im kommenden Jahr haben Sie für Ihre Steuererklärung 2018 ganze zwei Monate mehr Zeit die Erklärung abzugeben, da sich der Abgabetermin auf den 31. Juli 2019 verschiebt. Wenn Sie einen Steuerberater beauftragen, dann muss die Erklärung erst Ende Februar des Folgejahres statt Ende Dezember eingegangen sein. Und da der letzte Tag im Februar im Jahr 2020 auf ein Wochenende fällt, können sich die Bürger, die sich steuerlich beraten lassen, bundesweit bis zum 2. März 2020 Zeit lassen.
 

Steuerinformationen für Anlagen über ZINSPILOT und Zinsbescheinigung 2017

Wenn steuerpflichtige Anleger in Deutschland Zinserträge erzielen, unterliegen diese der Kapitalertragsteuer mit 25 Prozent (Abgeltungssteuer), dem Solidaritätszuschlag mit 5,5 Prozent und ggf. der Kirchensteuer. Die Höhe der Kirchensteuer richtet sich nach Ihrem Wohnort: In Bayern und Baden-Württemberg zahlen Sie 8 Prozent und in allen anderen Bundesländern 9 Prozent von Ihrer Einkommenssteuer.

Für Zinserträge, die dem Anleger bis zum 31.12.2017 zugegangen sind, führen deutsche Anlagebanken wie die HSH Nordbank und die CreditPlus Bank die Kapitalertragsteuer und den Solidaritätszuschlag ab und zahlen Zinserträge netto an die ZINSPILOT-Partnerbank aus. Die Kirchensteuer wird durch das Finanzamt im Zuge der Einkommensteuererklärung festgesetzt.

Wir haben unseren Kunden für Ihre steuerpflichtigen Zinserträge im Jahr 2017 für Anlagen, die Sie über den ZINSPILOT-Anlegerservice getätigt haben, eine Zinsbescheinigung bereitgestellt. Das Dokument finden Sie in Ihrem Anlage-Cockpit unter „Archiv & Dokumente“. Es enthält eine Aufstellung aller Zinserträge und ggf. abgeführter Steuern für 2017. Auch eventuell im Ausland gezahlte Quellensteuer wird auf der Zinsbescheinigung ausgewiesen. Das Dokument können Sie im Rahmen Ihrer Einkommenssteuererklärung einreichen. Auch Kunden der FinTech Group Bank haben eine Zinsbescheinigung erhalten, die Sie bei Ihrem Wohnsitzfinanzamt einreichen können.

Die Zinsbescheinigung wurde Ihnen letztmalig für das Jahr 2017 bereitgestellt, da seit Januar 2018 neue Bestimmungen bei ZINSPILOT gelten.
 

Was Sie für die Steuer 2018 für über ZINSPILOT getätigte Anlagen wissen müssen

Seit Anfang Januar 2018 werden die auf Zinserträge anfallenden deutschen Steuern aller Anlagebanken direkt durch die ZINSPILOT-Partnerbank abgezogen. Kunden haben daher die Möglichkeit, bei der Partnerbank Sutor Bank einen Freistellungsauftrag (FSA) bzw. eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung), für ab dem 01.01.2018 durch Ihre Anlagen erzielte Zinserträge einzureichen, um so Steuern zu vermeiden bzw. zu verringern. 

Durch die Erteilung eines Freistellungsauftrags können Kapitalerträge bis zur Höhe des Sparerfreibetrags von der deutschen Besteuerung befreit werden. Der Sparerfreibetrag beträgt 801 Euro und 1.602 Euro für zusammen veranlagte Ehepartner. Um einen Freistellungsauftrag einzureichen, füllen Sie das entsprechende Formular der Sutor Bank aus und folgen Sie der angehängten Ausfüllhilfe. Wichtig ist, dass Sie den Antrag unterschreiben und Ihre Steuer-ID angeben, da der Antrag nur dann bearbeitet werden kann. Ihre Angaben müssen mit denen bei der Sutor Bank hinterlegten Daten übereinstimmen. Teilen Sie uns vorab gerne Änderungen ihrer Stammdaten mit. Ihren Freistellungsauftrag können Sie per Post, Fax oder E-Mail an uns senden:

Versandadresse:
Deposit Solutions GmbH, Kundenservice, Zirkusweg 1, 20359 Hamburg 

Fax: 040 537 981 349  
E-Mail: freistellungsauftrag@zinspilot.de

Möchten Sie als flatex Kunde einen Freistellungsauftrag erteilen, loggen Sie sich dafür bitte in Ihren Kundenbereich in der flatex WebFiliale ein. Unter dem Reiter „Service“ wählen Sie den Punkt „Freistellungsauftrag“ aus. Dort können Sie neue Freistellungsaufträge erfassen und bestehende Aufträge ändern. 

Sie können auch postalisch einen Freistellungsauftrag an die folgende Adresse schicken: FinTech Group Bank AG, Magazinstr. 2, 08056 Zwickau.

Wenn Anleger Jahreseinkünfte unter dem Grundfreibetrag haben – 8.820 Euro für Ledige und 17.640 Euro für Verheiratete, können Sie durch eine NV-Bescheinigung verhindern, dass Kapitalerträge, die über den Sparerfreibetrag hinausgehen besteuert werden. Die NV-Bescheinigungen beantragen Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt. Die NV-Bescheinigungen schicken Sie dann im Original an die ZINSPILOT-Partnerbank. Die Anschrift für die Sutor Bank lautet:

Max Heinr. Sutor oHG Herrmannstr. 46, 20095 Hamburg

Flatex Kunden schicken Ihre NV-Bescheinigung bitte an die FinTech Group Bank:

FinTech Group Bank AG, Magazinstr. 2, 08056 Zwickau

Ein allgemeiner Hinweis

Bei Fragen zu allgemeinen Steuerthemen stehen wir Ihnen gerne zur Seite und freuen uns, wenn dieser Artikel hilfreich für Sie ist. Trotz sorgfältiger Recherche können sich Angaben zur Besteuerung ändern. Bei Klärung von individuellen steuerrechtlichen Fragen sind wir nicht berechtigt, verbindliche Aussagen zu fällen, da sich die Besteuerung nach den persönlichen Verhältnissen des Anlegers richtet. Wenden Sie sich hierfür bitte an Ihren Steuerberater oder kontaktieren Sie das zuständige Finanzamt. 

Artikel teilen: