Immer mehr Banken führen Strafzinsen für Privatkunden ein

Und wieder kommt eine neue Bank dazu: Strafzinsen treffen nun auch Kunden der Commerzbank. Wie kürzlich bekannt wurde, erhebt die Frankfurter Großbank ab sofort Gebühren auf Einlagen von wohlhabenden Kunden. Die große Masse der Sparer soll allerdings verschont bleiben. In den vergangenen Tagen wurde ferner berichtet, dass die Volks- und Raiffeisenbanken eine Strategie für Negativzinsen entwickeln.

Über 130 Banken verlangen bereits Negativzinsen

Die Welle von Banken, die in jüngster Zeit Negativzinsen einführten oder erwägen, reißt nicht ab. Inzwischen gebe es 134 Banken und Sparkassen in Deutschland, die in irgendeiner Form Negativzinsen erheben – darunter 40 Institute, die dies auch bei Privatkunden tun. Das berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Hinweis auf Erhebungen des Internetportals Biallo.

Geld auf dem Konto liegen zu lassen, kostete bislang nur Kunden mit einem Guthaben von über 100.000 Euro etwas. Die Volksbank Magdeburg jedoch erhebt ab sofort ein Verwahrungsentgelt von 0,5 Prozent auf Einlagen von über 75.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto, so das Ergebnis der Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Neu ist, dass ein Finanzinstitut auch auf geringere Tagesgeldeinlagen nun Negativzinsen verlangt. Bisher waren Guthaben bis 100.000 Euro nicht von Strafzinsen betroffen. Die Bank hat angekündigt mit allen betroffenen Kunden Beratungsgespräche zu führen, um individuelle Vereinbarungen zu treffen.

Individuelle Vereinbarung nötig

Das sehen auch Verbraucherschützer so: Nach Angaben der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sind individuelle Vereinbarungen auch die Voraussetzung dafür, dass Banken solche Verwahrentgelte einführen können. Ein Preisaushang allein reiche nicht aus.

Zudem hat das Landgericht Tübingen es für unzulässig erklärt, dass Negativzinsen im Wege eines Preisaushangs bei Einlagen auf einem Girokonto mit Kontoführungsgebühr erhoben werden. Auf diese Art werde eine Leistung doppelt ausgezeichnet. 

Gehen Sie davon aus, dass Ihre Hausbank auch demnächst Strafzinsen auf Einlagen erheben wird?

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