Die Geschichte der Geldanlage in Europa

In der heutigen Zeit gibt es auf den Finanzmärkten viele verschiedene Möglichkeiten, Geld anzulegen. Sei es in sichere Geldanlagen wie Tagesgeld und Festgeld oder risikoreichere wie Aktien, Fonds und Anleihen. Dabei haben sie alle eines gemein, es verbindet sie eine Geschichte, die rund 5000 Jahre zurückreicht.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Geldanlagen in Europa entstanden und wie sie sich bis heute entwickelt haben:

Erste Formen der Geldanlage

Noch bevor das erste Münzgeld geprägt wurde, legten die Menschen ihr „Geld“ vor etwa 5000 Jahren in Form von Gütern an, indem sie es verliehen und dafür einen sogenannten Naturalzins verlangten. Dieser lag häufig weit über dem Warenwert, um den eigenen Besitz zu vermehren und ein Ausfallrisiko zu verhindern. Die ältesten belegbaren Zinsen lagen bei 20 Prozent für Gerste und bei rund 30 Prozent für Silber.

Mit zunehmenden Fachkenntnissen entwickelte sich die Geldwirtschaft über die Jahrhunderte weiter. Im Mittelalter wurde zum Beispiel die Naturalwährung von Münzen abgelöst und im Rahmen der Gesetzgebung Obergrenzen gegen Zinswucher eingeführt. Zudem entstanden die ersten bankähnlichen Berufe wie Geldwechsler und Pfandleiher.

Die Anfänge der Banken

Mit dem Aufstieg der italienischen Stadt Florenz zu einer Handelsmacht, wandten sich im 13. Jahrhundert immer mehr Kaufleute dem Bankgeschäft zu. Dementsprechend wurden die ersten Bankhäuser in Europa ausschließlich unter privater Hand geführt. Das änderte sich erst mit der 1407 gegründeten Banca di San Giorgio. Die neue Bank wurde anders als die Familien geführten Banken in einer gesellschaftsähnlichen Form organisiert.

Mit dem Handel zwischen Italien und Deutschland erreichte das Bankwesen auch die Kaufleute hierzulande. Sie erfuhren im Rahmen ihrer Geschäfte von den vereinfachten Zahlungsmethoden in Italien. Infolgedessen wurde das erste Kreditinstitut 1486 in Augsburg errichtet. Ende des 16. Jahrhunderts folgte die erste Privatbank in Hamburg - die heutige Berenberg Bank. Seither entwickelte sich das deutsche Bankwesen stetig weiter. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland über 1.500 Banken und Sparkassen verzeichnet. Im Euroraum lag die Anzahl bei über 4300.

Entwicklung der Geldanlage

Anleihen

Mit den ersten Banken entstanden auch die ersten Anleihen. Die italienischen Kreditinstitute finanzierten ihre Schulden, indem sie Schuldscheine mit einem Zins verbrieften und diesen ausgaben. Schnell wurde diese Art der Schuldentilgung von den Staaten übernommen. Sie vergaben an ihre Bürger sogenannte Staatsanleihen in Form von Zwangsdarlehen. Da es sich bei einer Anleihe jedoch bereits damals um eine reine Vertrauenssache handelte, entwickelte sich eine Art Tauschbörse, bei der die Schuldscheine als Zahlungsmittel genutzt wurden. Denn wann bzw. ob eine Begleichung der Verbindlichkeiten erfolgt, hängt bis heute von der Bonität des Staates ab.

Handelsbörsen und Aktien

Die ersten anerkannten Börsen wurden Anfang des 15. Jahrhunderts in Brügge und Antwerpen gegründet. Im Vergleich zu heute, handelten die Menschen allerdings nicht mit Unternehmensanteilen, sondern mit Waren wie Gewürzen und Rohstoffen. Der Aktienhandel mit Unternehmensanteilen folgte zu Beginn des 17. Jahrhunderts mit dem Zusammenschluss niederländischer Kaufmannskompanien- der Vereinigten Ostindien-Kompanie. Sie beschlossen die Finanzierung der Schiffe und des Handels über Anteilsscheine, bei denen Aktionäre ihr Geld über 10 Jahre fest anlegten. Nach der Auszahlung samt Zinsen konnte das Geld für weitere zehn Jahre angelegt werden. Aufgrund dieser "Prolongation", ähnelt diese Form der Geldanlage in einem Merkmal sogar dem heutigen Festgeld.

Investmentfonds

Mit den Jahren stieg die Anzahl der Aktien und Anleihen weltweit immer weiter an. Das machte sich 1774 der niederländische Kaufmann Abraham van Ketwich zunutze. Während der ersten großen Finanzkrise in England, Schottland und den Niederlanden fehlte insbesondere bei Kaufleuten und Goldschmieden, die die Banken unterhielten, das nötige Kapital, um die Geschäfte weiterführen zu können. So erfand er den ersten Investmentfonds mit dem Ziel, das Risiko zu streuen und die Geldanlage etwas sicherer zu machen.

Sparbuch

Die ersten wirklich sicheren Geldanlagen kamen jedoch erst Anfang des 19. Jahrhunderts auf. Kurz nach der Gründung der Sparkassen wurden Spareinlagen in Form von „Sparkassenscheinen“ ausgegeben. Diese versicherten, dass Sparer ihre Geldanlage zu einem festgesetzten Zeitpunkt zuzüglich aufgelaufener Zinsen zurückerhielten. Der Sparkassenschein ist der Vorreiter für das klassische Sparbuch.

Rentenfonds, ETFs, Tagesgeld und Festgeld

Dank des Wirtschaftswunders in den 1950er-Jahren rückten sowohl sichere als auch risikoreiche Geldanlagen immer weiter in den Vordergrund. Daher waren neue Geldanlagen gefragt. Hierzu zählten sowohl Rentenfonds und ETFs, als auch das Tagesgeld und Festgeld.

 Zeitlinie der Geldanlage 

Geld anlegen heute

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts haben Sparer die Wahl zwischen unzähligen Anlageangeboten von verschiedenen Banken und Gesellschaften. Dadurch fiel es häufig nicht leicht, sich einen Überblick zu verschaffen. Mit der Digitalisierung Anfang des 21. Jahrhunderts kamen jedoch Plattformen und Apps auf, die den Handel erheblich vereinfachten. Hierzu zählen zum Beispiel Banking- und Online-Broker-Plattformen für Anleihen, Aktien, ETFs sowie Tagesgeld und Festgeld.

Mit den neuen digitalen Möglichkeiten können Sparer in der heutigen Zeit einfach und bequem von den vielen Anlageangeboten profitieren, ohne dafür unzählige Banken aufsuchen zu müssen. Bei ZINSPILOT erhalten Sparer zum Beispiel über nur ein Konto, einen kostenlosen Zugang zu unterschiedlichen Banken aus dem europäischen Ausland.

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