Die EZB erhöht Strafzinsen für Bankeinlagen

Schlechte Nachrichten für Sparer: Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte den Einlagenzinssatz von -0,4 Prozent auf -0,5 Prozent ab. Zudem beschloss der EZB-Rat am Donnerstag, den 12.09.2019 weitere Anleihenkäufe. Mit diesen Maßnahmen soll die Wirtschaft stärker angekurbelt werden und die Inflation steigen. Der Leitzins bleibt unverändert bei null Prozent.

Christine Lagarde wird Draghis Nachfolgerin

Der EZB-Chef Mario Draghi setzt auch am Ende seiner Amtszeit die Politik des billigen Geldes fort. Ab November wird Christine Lagarde die neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank. An der Ausrichtung der Geldpolitik wird sich dennoch nichts ändern, da sie laut Medienberichten eine lockere Geldpolitik für absehbare Zeit für nötig hält. Lagarde war acht Jahre lang die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Strafzinsen könnten an Sparer weitergegeben werden

Seit 2014 müssen Banken bereits Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssiges Geld bei der EZB parken. Mit der Einführung von Strafzinsen sollen die Banken dazu gebracht werden, das Geld für Kredite an Unternehmen oder Verbraucher zu verwenden, anstatt es bei der EZB zu parken. Sparer stellen sich nach der EZB-Entscheidung nun die Frage, ob jetzt auf breiter Front Strafzinsen drohen. Einige Banken in Deutschland geben bereits die Kosten an Privatkunden weiter. Wie Anleger den Strafzinsen entkommen, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Studie der Bundesbank und BaFin: Fast jede zweite Bank denkt über Strafzinsen nach

Negative Zinsen auf private Spareinlagen könnten mittelfristig Realität werden, so das Ergebnis der aktuellen Studie „LSI-Stresstest 2019”. Die Finanzaufsicht BaFin hat in Zusammenarbeit mit der Bundesbank 1.412 kleine und mittelgroße Geldhäuser befragt, ob sie zukünftig Strafzinsen an Privatkunden weitergeben. So planen die befragten Banken es zunächst nur für Geschäfts- und vermögende Privatkunden. Im Stressszenario würde allerdings jede zweite Bank Strafzinsen auf Kundeneinlagen erheben.  

Die EZB-Entscheidung ist nicht zuletzt eine Folge, die für das Umdenken der Banken verantwortlich gemacht wird. Denn der Druck auf die Finanzinstitute nimmt durch die expansive Geldpolitik der EZB weiter zu. Ob demnächst tatsächlich Strafzinsen auf Privateinlagen großflächig eingeführt werden, hängt maßgeblich von der weiteren Zinsentwicklung ab.  

Artikel teilen: