Bundesbank drängt zur Rente mit fast 70 Jahren

Steigende Lebenserwartung, aber weiterhin niedrige Geburtenrate: Daher rät die Bundesbank zu einem späteren Renteneintrittsalter. Nur so könne das Rentenniveau in Deutschland stabil gehalten werden.

Später in Rente gehen, um Absinken des Rentenniveaus zu verhindern

Die Deutsche Bundesbank warnt in ihrem aktuellen Monatsbericht die Bundesregierung vor einer finanziellen Schieflage und spricht sich dafür aus, das Rentenalter bis 2070 auf 69 Jahre und vier Monate anzuheben. „Durch die demografische Entwicklung gerät die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung künftig unter erheblichen Druck, insbesondere Mitte der 2020er Jahre“, stellt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht Oktober 2019 fest. Durch den späteren Rentenbeginn soll ein zu tiefes Absinken des Rentenniveaus verhindert werden.

Das jüngste Rentenpaket der Bundesregierung sichert bis 2025 das Absicherungsniveau bei 48 Prozent ab. Dieses markiert das Verhältnis der Rente zum Durchschnittslohn. Zudem soll bis 2025 der Beitragssatz zur Rentenversicherung nicht über 20 Prozent des Einkommens steigen. Wirtschaftsexperten rechnen danach mit einem sinkenden Rentenniveau und steigenden Beiträgen. Deshalb sieht die Bundesbank einen Reformbedarf, da andernfalls die Ausgaben auf Dauer deutlich stärker steigen werden als die Einnahmen.

Versorgungsniveau lässt sich bis 2070 auf mehr als 43 Prozent stabilisieren

Die Bundesbank spricht sich daher für eine Anpassung des Rentenalters an die Lebenserwartung aus. Laut Bundesbank stellt man sich ab 2031 an eine Anhebung des Rentenalters so vor, dass die Rentenbezugsdauer bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung konstant bleibt. Konkret bedeutet das, dass das Rentenalter ab 2032 um durchschnittlich einen Dreiviertelmonat pro Jahr steigt. So lasse sich das Versorgungsniveau bis 2070 auf mehr als 43 Prozent stabilisieren und den Beitragssatz auf unter 25 Prozent beschränken.

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