Altersvorsorge - wie Sparer ihre Rentenlücke schließen

Die Begriffe Altersarmut und Rente werden in Deutschland immer häufiger in Verbindung gebracht. Klar ist, dass die staatliche Rente in den meisten Fällen die Kosten für ein adäquates Leben nicht mehr decken kann, vor allem wenn der gewohnte Lebensstandard beibehalten werden soll. Um dem entgegenzuwirken, ist es daher sinnvoll, während des Berufslebens Rücklagen zu bilden. Diese können beispielsweise durch Einnahmen, Kapitalerträge oder auch Sparmaßnahmen erzielt werden. Effektive Anlageprodukte können die Rentenlücke mittels passender Sparrate sogar vollends schließen.

Erfahren Sie mit den folgenden Fragen, welche Arten der Altersvorsorge es gibt und worauf Sie bei der Berechnung Ihrer persönlichen Sparrate achten sollten:

Welche Arten der Altersvorsorge stehen mir zur Verfügung?

Bei der Altersvorsorge stehen vor allem langfristige Anlagen im Vordergrund. Welche Anlageform neben der gesetzlichen Rente am Ende die effektivste ist, hängt von verschiedenen äußeren Einflüssen, wie Gehalt, Lebensstandard oder Familienstand jedes Einzelnen ab. Aus diesem Grund sollten Anleger die Auswahl der Altersvorsorge mit Bedacht wählen. Für eine systematische Planung hilft das Drei-Säulen-Modell: 
 

Gesetzliche Altersvorsorge 

Die gesetzliche Rente ist für die meisten Menschen der Grundbaustein ihrer Altersvorsorge. Wie hoch diese letztendlich ausfällt ist jedoch meist unklar, da sie einerseits von der Demographie und andererseits vom Verdienst sowie der Arbeitsdauer abhängt. Arbeitnehmer, die ihre Rente vorzeitig beziehen, müssen mit Kürzungen der Rentenhöhe rechnen. Darüber hinaus müssen Arbeitnehmer bei der gesetzlichen Altersvorsorge ebenso wie beim Gehalt mit Steuerabzügen rechnen. Derzeit sind 80 Prozent der Rente zu versteuern. Bei Renteneintritt im Jahr 2040 werden 100 Prozent der Rente steuerpflichtig. Für Selbständige besteht kein Arbeitgeberanteil, sie können stattdessen die Versicherungspflicht beantragen oder sich freiwillig versichern. Diese Wahl besteht jedoch nicht für Handwerker, Künstler und Publizisten sowie Hebammen und freiberufliche Lehrer. Diese Berufsfelder müssen sich gesetzlich pflichtversichern. 
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Betriebliche Altersvorsorge

Neben der gesetzlichen Rente können Angestellte einiger Unternehmen auch auf die Betriebsrente setzen. Bei dieser Altersvorsorge werden die Beiträge vom Bruttoeinkommen abgezogen, sodass sich die Belastung durch die Sozialversicherungsbeiträge und steuerlichen Abzüge verringern. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Betriebsrenten im Rentenalter versteuert werden müssen. Zudem verringert sich die Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung.

Bei dieser Form der Altersvorsorge erhalten Arbeitnehmer zu dem umgewandelten Bruttogehaltsanteil einen Zuschuss durch den Arbeitgeber und können somit bei Renteneintritt die Rente aufstocken. Diese Art der Altersvorsorge kann sich lohnen, insofern der Arbeitgeber den Altersvorsorgevertrag mit einem höheren Anteil als dem Pflichtanteil bezuschusst. Besteht keine freiwillig erhöhte Bezuschussung durch den Arbeitgeber, wird von dieser Art der Altersvorsorge eher abgeraten.


Private Altersvorsorge  

Private Altersvorsorgeprodukte, wie etwa die Riester-Rente, Versicherungen, Immobilien oder langfristige Geldanlagen ohne Bezuschussung, können die Lücke zwischen der gesetzlichen Altersvorsorge und dem Bedarf im Ruhestand schließen. Beispielsweise erhalten Sparer bei der Riester-Rente eine staatliche Bezuschussung und Steuervorteile. Wie hoch der Steuervorteil dabei ausfällt, hängt vom Einkommenssteuersatz ab.

Bei einer langfristen Geldanlage ohne Bezuschussung können Sparer hingegen auf flexiblere Produkte zurückgreifen bei denen der Einzahlungshöhe weit weniger Grenzen gesetzt sind. Entscheidend ist bei der Geldanlage eher, ob Sparer ihr Geld lieber risikoreich oder sicher anlegen möchten.   
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Festgeld als Ergänzung zur privaten Altersvorsorge 

Festgelder sind eine optimale und sichere Ergänzung zur privaten Altersvorsorge. Mit dieser konservativen Anlagemöglichkeit können Sparer beispielsweise bei einer Laufzeit von 3 Jahren gute Zinsen generieren, ohne dem Risiko von Wertschwankungen ausgesetzt zu sein.

Bei einem Festgeld werden Gelder über eine festgelegte Laufzeit, mit festen Zinsen angelegt. Es handelt sich um eine planbare und sichere Form der Geldanlage, die Kundeneinlagen durch die EU-weit harmonisierte Einlagensicherung in Höhe von bis zu 100.000 Euro pro Anleger und Bank schützt.

Ab wann sollte ich mit dem Sparen beginnen?

Aufgrund der Vorgabe des deutschen Rentensystems, können Anleger genau berechnen, wie viel Zeit ihnen bis zum Renteneintritt zur Verfügung steht. Um diese verfügbare Zeit vollends auszuschöpfen und die Versorgungslücke im Alter optimal schließen zu können, ist es empfehlenswert mit der Altersvorsorge frühzeitig zu beginnen – idealerweise mit dem Eingang des ersten Gehalts. Das ermöglicht eine höhere Ersparnis über einen längeren Zeitraum. Darüber hinaus profitieren Sparer weit mehr vom Zinseszinseffekt.

Für Anleger, die erst im mittleren oder höheren Alter Gelder einsparen können, ist es dennoch nicht zu spät. Passende Anlagestrategien und auch ein Blick auf die eigenen Besitztümer, können im Alter finanziellen Rückhalt bieten - darunter Immobilien, Wertgegenstände oder Sparprodukte, wie beispielsweise gut verzinste Festgeldanlagen. Diese können sich vor allem dann lohnen, wenn es sich um eine sichere Anlage handeln soll, die das Vermögen für eine kurze- bis mittelfristige Laufzeit erhält.

Welche finanziellen Mittel besitze ich aktuell und auch in naher Zukunft?

Für ein direktes Sparziel ist es unumgänglich, die eigenen Finanzen und Besitztümer zu kennen. Anleger sollten sich daher einen genauen Überblick verschaffen.

Für eine Auflistung sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Einnahmen und Ausgaben
  • Kapitalanlagen (Immobilien, Wertgegenstände, …)
  • Die gesetzliche-, betriebliche und/oder private Rente
  • Bestehende Anlageprodukte
  • Zukünftige Zinserträge
     

Wie Sie Ihre finanziellen Mittel erfolgreich erweitern können, lesen Sie in unserem Beitrag Sparen im Alltag

Wie viel Geld muss ich erwirtschaften, um meinen Lebensstandard im Ruhestand zu halten?

Die Bedürfnisse im Alter unterscheiden sich hin und wieder von denen, die man vor dem Renteneintritt besaß. Aus diesem Grund ist es nicht unerheblich herauszufinden, welche Wünsche man für seinen Ruhestand hat. Denn gerade Reisen, ein Umzug aufs Land oder Zeit für ausgefallene Hobbys, können die finanzielle Lage im Rentenalter erheblich beeinflussen. Darüber hinaus bestehen laufende Kosten für Lebensmittel, Miete und weitere Ausgaben, wie etwa für Gesundheitsmaßnahmen, mit denen man rechnen muss. Im Durchschnitt empfiehlt es sich, für den Ruhestand insgesamt rund 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens einzuplanen, um keine Einbußen beim gewohnten Lebensstandard befürchten zu müssen.

Was muss ich berücksichtigen, wenn sich meine finanzielle Situation ändert?

Mit jedem Jahr können sich die Umstände im Leben verändern und somit auch die Bedürfnisse im Alter. Daher sollten Anleger ihre Sparrate und Strategie für den Ruhestand stets im Auge behalten und in wichtigen Lebensphasen anpassen. Eine Phase kann beispielsweise der Kauf einer Immobilie, ein neuer Job, ein Baby oder auch ein neues kostspieliges Hobby sein.

Ein regelmäßiger Überblick über die aktuelle Lebenslage, finanzielle Mittel sowie zukünftige Bedürfnisse sorgt dafür, dass dauerhaft genug Geld für den Ruhestand bereitgestellt werden kann. Denn es ist stets das Ziel, auch im Alter gut versorgt zu sein!

Sparen Sie heute, für morgen.   

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