03.06.2022

✔ ETFs: ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Indexfonds, die einen bestehenden Index möglichst genau nachbilden.

✔ Indexnachbildung: Anders als physische ETFs investieren Swap-ETFs nicht direkt in die Positionen der Indizes, die sie abbilden.

✔ Rendite: Renditen erzielen Swap-ETFs durch ein Tauschgeschäft mit dem Swap-Kontrahenten.

✔ Risiko: Bei Swap-basierten ETFs existiert zusätzlich zum Marktrisiko ein Kontrahentenrisiko.

Einfach erklärt: Was sind Swap-ETFs?

Swap-ETFs – auch synthetische ETFs genannt – bilden einen Index nach, ohne genau die Positionen des jeweiligen Index nachzukaufen. Der ETF kann sogar Wertpapiere umfassen, die nicht im abgebildeten Index vorhanden sind. So kann ein Swap-ETF aus europäischen Aktien – wie beispielweise der MSCI Europe – auch Aktien aus den USA enthalten. 

Renditen erzielt der ETF über Tauschgeschäfte. Oft kommen Swap-ETFs an Aktienmärkten vor, bei denen eine physische Nachbildung schwer möglich ist. Das ist zum Beispiel bei weniger liquiden Aktienmärkten der Fall. 

Da das Tauschgeschäft außerhalb der Börse stattfindet, spricht man in diesem Zusammenhang auch von einem Over-the-counter-Geschäft (OTC-Geschäft). Das macht die Swap-basierten ETFs oft unübersichtlich und für Anleger komplex. Dafür können auch schwer zugängliche Nischenmärkte abgebildet werden. Die Gebühren sind jedoch nicht immer leicht nachzuvollziehen.

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Tauschgeschäft: Wie Swap-ETFs funktionieren

Bei Swap-ETFs vereinbart der ETF-Anbieter mit einem Finanzinstitut ein Tauschgeschäft – den Swap (zu Deutsch: Tausch). Oft handelt es sich bei dem Tauschpartner (Swap-Kontrahent) um einen Mutterkonzern des ETF-Anbieters. 

Der Swap-Kontrahent zahlt dem ETF-Anbieter die Rendite inkl. Dividenden. Die Rendite des Trägerportfolios (Wertpapiere, die tatsächlich gehandelt werden) gehen im Gegenzug an den Swap-Kontrahenten. Der Swap-Partner garantiert dabei, dass der Indexfonds die gleiche Wertentwicklung wie der Index erreicht. Im Gegenzug erhält dieser vom ETF-Anbieter eine Gebühr (Swap-Gebühr) sowie die Rendite der Wertpapiere aus einem Sicherheiten-Portfolio. Das Sicherheits-Portfolio beinhaltet Wertpapiere, die als Absicherung und ohne Zeitverzögerung im Insolvenzfall liquidiert werden können.  

Was das für die Rendite der Anleger bedeutet, lässt sich am einfachsten an einem Beispiel darstellen:

  • Zunächst haben beide Portfolios einen Wert von 1.000 EUR
  • Der Kurs des abgebildeten Index steigt nun um 5 % auf 1.050 EUR
  • Das Trägerportfolio erzielt jedoch nur eine Rendite von 3 % und steigt somit auf 1.030 EUR
  • Aufgrund des Tauschvertrags zahlt der Swap-Partner dem ETF-Anbieter 50 EUR, und der ETF-Anbieter zahlt 30 EUR an den Swap-Partner
  • Würde die Rendite des Trägerportfolios über dem Sicherheiten-Portfolio liegen, wird dennoch getauscht. In diesem Fall müsste der ETF-Anbieter jedoch einen höheren Betrag an den Swap-Partner zahlen

Auf diese Art erhalten die Anleger des Swap-ETFs die Rendite des abgebildeten Index ohne, dass der ETF diesen direkt nachbildet.

Arten von Swap-ETFs

Im Falle einer Insolvenz beeinflusst der Zustand, ob die Sicherheiten außerhalb oder innerhalb des Fondsvermögen gehalten werden, die Liquidationszeit der Sicherheiten. Deshalb sollten sich Anleger vor der Investition darüber informieren, wie sich die Sicherheiten zusammensetzen und wo diese hinterlegt sind. Je nachdem wo die Sicherheiten gehalten werden, wird bei Swap-ETFs zwischen Unfunded und Funded Swaps – also ungedeckten und gedeckten Swaps – unterschieden.

Unfunded Swap

Bei diesem Modell hält der Swap-ETF die Sicherheiten selbst. Mit dem Geld der Anleger kauft der ETF-Anbieter einen Wertpapierkorb als Teil des Fondsvermögens. Die Rendite des Trägerportfolios fließt dem Swap-Partner zu, der sich wiederum verpflichtet, die Indexrendite an den ETF-Anbieter auszuzahlen.

Funded Swap

Die Sicherheiten werden beim Funded Swap-Modell vom Swap-Kontrahenten bei einem unabhängigen Treuhänder, beispielsweise einer Depotbank – hinterlegt. Damit wird die Liquidität gegen die Wertentwicklung des abgebildeten Index eingetauscht. Im Gegensatz zu den Unfunded Swap-ETFs, bei denen der ETF selbst Eigentümer der Sicherheiten ist, sollte bei einem Funded Swap im Falle der Liquidation erst eine Forderung angemeldet werden. Dieser Vorgang kann einige Zeit in Anspruch nehmen.

Was sind die Vorteile von Swap-ETFs?

Swap-ETFs haben für Anleger einige Vorteile:

Nischenmärkte

Swap-basierte ETFs erlauben es, bestimmte Indizes besser nachzubilden als physisch replizierende ETFs. Das ist gerade bei illiquiden Indizes und Nischenmärkten der Fall. Swap-ETFs ermöglichen demnach den Zugang zu Märkten, die ohne einen Swap nicht abbildbar wären. Die Gründe liegen unter anderem in den Handelsrestriktionen, unterschiedlichen Zeitzonen oder sonstigen Beschränkungen. Auch in viele Anlageklassen wie Rohstoffe könnte ohne den Swap nicht investiert werden. Die Abbildung wäre mit hohem Aufwand und Kosten verbunden, sodass auf den Vorteil der  e Kosteneffizienz bei ETFs verzichtet werden müsste.

Tracking Error & Tracking Differenz

Tracking Error und Tracking Differenz sind Kennzahlen, die die Qualität eines ETFs bewerten.Der Tracking Error veranschaulicht die Abweichung der Wertentwicklung des ETFs und der des Index innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Durch die synthetische Nachbildung haben Swap-ETFs in der Regel einen niedrigeren Tracking Error als physische ETFs. 

Eine geringere Schwankung braucht jedoch nicht zwangsläufig auf eine geringe Differenz zwischen der Rendite der börsengehandelten Fonds und dem Index hindeuten. Die Tracking Differenz der Swap-basierten ETFs können nicht immer genau bestimmt werden, da die Kosten in manchen Fällen nicht transparent ausgewiesen werden können. Die Tracking Differenz bietet aber dennoch einen Hinweis über die Qualität der synthetisch abgebildeten ETFs.

Gebühren

Meist können Swap-basierte ETFs günstiger betrieben werden als physische ETFs. Ein Grund: Swap-ETFs investieren auch in Aktien, die günstig und in großer Anzahl gehandelt werden können.

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Risiken von Swap-ETFs

Swap-ETFs bringen das sogenannte Kontrahentenrisiko mit sich, da der ETF davon abhängig ist, dass der Kontrahent seinen Verpflichtungen nachkommt. Kommt der Swap-Partner seiner Pflicht, die Rendite des Index zu zahlen, nicht nach, müsste der ETF-Anbieter auf die Sicherheiten zurückgreifen. 

Dieses Risiko ist jedoch in der EU durch die OGAW-Richtlinie (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere) gesetzlich auf 10 % begrenzt. Danach muss ein Swap stattfinden. In der Praxis liegt das Risiko der Swap-ETFs oft jedoch tiefer. Viele Anbieter synthetischer ETFs reduzieren das Kontrahentenrisiko durch eine zusätzliche Besicherung. 

Die Zusammensetzung der Sicherheiten unterscheidet sich – genau wie beim Trägerportfolio – von der des abgebildeten Index. So kann es vorkommen, dass die als Sicherheiten hinterlegten Wertpapiere an Liquidität verlieren.

Vergleich: Swap-ETFs oder physisch replizierende ETFs?

Hinsichtlich der Sicherheit unterscheiden sich Swap-ETFs nicht wesentlich von den physisch replizierenden ETFs. Der Wert der Swaps darf laut EU-Richtlinie jedoch nicht die gesetzlichen 10 % des Vermögens überschreiten. Hinzu kommen zusätzliche Sicherheiten, welche die Anbieter der ETFs verlangen und die hohen Anforderungen, die das Gesetz vorschreibt. Dadurch weisen beispielsweise ähnlich hohe Sicherheiten auf. Schlussendlich sollten sich Anleger jedoch fragen, welche Methode am besten zu ihnen und ihrer Anlagestrategie passt. 

Physische ETFs und Swap-ETFs im direkten Vergleich

 Physische ETFsSwap-ETFs
Replikation
  • Vollständige Replikation oder Teilreplikation
  • Synthetische Replikation mittels Tauschgeschäft
Vorteile
  • Bessere Nachvollziehbarkeit
  • Wertpapiere sind tatsächlich (mindestens zu einer Teilmenge) im ETF enthalten
  • Zugang zu Nischenmärkten
  • Niedrigere Gebühren
  • Geringerer Tracking Error
Nachteile
  • Die exakte Replikation ist aufwändiger
  • Teilweise höhere Gebühren als bei synthetischer Replikation
  • Bei der Teilreplikation kommt es automatisch zu Abweichungen (Tracking Error)
  • Kontrahentenrisiko
  • Geringere Transparenz
  • Für einige Anleger schwer nachzuvollziehen

 

Sind Swap-ETFs sinnvoll?

Einige Indizes lassen sich ohne Swap nur schwer oder lediglich zu hohen Kosten abbilden. Für Anleger, die in Nischenmärkte und in weniger liquide Märkte investieren möchten, können Swap-ETFs sinnvoll sein. Nicht selten sind die Kosten bei Swap-basierten ETFs auch geringer als bei den physisch replizierenden Indexfonds. Physische ETFs sind im Vergleich jedoch transparenter und leichter verständlich – unterliegen allerdings auch dem allgemeinen Marktrisiko. 

Um das Risiko von ETFs zu reduzieren, sollten Sie Ihr Portfolio ausreichend diversifizieren. Bei unserem Partner WeltSparen erhalten Anleger beispielsweise Zugang zu global diversifizierten und kostengünstigen ETF-Portfolios. Dort können Sie Ihr Portfolio ganz nach Ihrem Risikobedürfnis gestalten. Zudem gibt es die Möglichkeit, einen ETF-Sparplan zu erstellen. Bereits ab 50 Euro monatlich können Sie Ihr breit gestreutes ETF-Portfolio besparen.

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