12.08.2022

✔ Nachhaltigkeit: In der Umweltpolitik steht Nachhaltigkeit für die dauerhaft ökologische Verträglichkeit wirtschaftlichen Handelns.

✔ ETFs: ETFs sind an der Börse gehandelte Indexfonds, die die Wertentwicklung eines Index passiv nachbilden.

✔ Nachhaltige ETFs: ETFs, die nach ökologischen, sozialen beziehungsweise ethischen Gesichtspunkten investieren.

✔ Rendite: Nachhaltige Geldanlagen weisen das gleiche Risiko-Rendite-Verhältnis auf wie herkömmliche ETFs

Definition: Was sind nachhaltige ETFs?

Vereinfacht gesagt, sind nachhaltige ETFs (auch Umwelt- oder Öko-ETF genannt) herkömmliche ETFs mit einer nachhaltigen Anlagestrategie. Wie jeder andere ETF kann auch die nachhaltige Variante an der Börse gehandelt werden. Die Indexfonds bilden dabei die Wertentwicklung bestimmter nachhaltiger Indizes wie beispielsweise den MSCI World ESG oder den MSCI World SRI möglichst genau nach.

Bislang existiert jedoch noch keine allgemeingültige Definition für eine nachhaltige Geldanlage. Für einige sind nachhaltige Investitionen beispielsweise, wenn sie sich an Großprojekten wie Wind- oder Solarparks beteiligen oder zur Wiederaufforstung von Wäldern beitragen. Eine anderer Variante sind breit gestreute ETFs, die in nachhaltig geführte Unternehmen investieren. Bei einer solch diversifizierten Geldanlage kann das Risiko besser verteilt werden als bei Einzelprojekten.

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Was ist der Unterschied zwischen klassischen ETFs und ihrem nachhaltigen Pendant?

Im Vergleich zur herkömmlichen Variante enthalten nachhaltige ETFs durch die Spezifikation meist weniger Titel. So sind im MSCI World SRI beispielsweise weit weniger Aktien enthalten als im klassischen MSCI World. Das geht aber nicht automatisch mit einem Renditeverzicht einher. Im Jahr 2021 konnte die nachhaltige Variante sogar eine höhere Rendite erwirtschaften.

Viele Anleger gehen jedoch davon aus, dass nachhaltige Geldanlagen mit einem höheren Risiko verbunden sind. Aufgrund strenger Auswahlkriterien soll das Risiko nachhaltiger ETFs jedoch reduziert werden. So sollten ökologische und soziale Risiken im Unternehmen, die sich auf die finanzielle Entwicklung auswirken können, bereits zu Beginn offengelegt werden.&

Grundsätzlich unterliegt jedoch jede Geldanlage einem Verlustrisiko. Durch die Diversifikation wird das Risiko bei ETFs jedoch auf mehrere Positionen verteilt, wodurch dieses reduziert werden kann.

Die nachhaltigen Varianten des MSCI World im direkten Vergleich

 

MSCI World

MSCI World SRI

MSCI World ESG

Anzahl der Titel 

1.513

361

1.429

Performance 2021

22,35 %

27,62 %

25,29 %

Auswahl der Aktien

Marktkapitalisierung 

ESG Screening 

ESG Screening

Ausgeschlossene Aktien

-

Branchen wie Waffen, Alkohol und Tabak und Unternehmen mit negativem sozialem oder ökologischem Einfluss werden im Vorfeld ausgeschlossen

Der Index schließt Unternehmen aus, die in Verbindung mit umstrittenen, Branchen stehen und die sich nicht an die Grundsätze des Global Compact der Vereinten Nationen halten.

Größte Positionen 

Apple (4,45 %), Microsoft (3,72 %), Amazon (1,98 %)

Microsoft (14,30 %), Tesla (4,62 %), NVIDIA (2,96 %)

Apple (4,92 %), Microsoft (4,03 %), Amazon (2,14 %)

Stand (07/2022)

Nachhaltigkeitskriterien: Wie man einen nachhaltigen ETF erkennt

Nachhaltige ETFs lassen sich beispielsweise an den angehängten Kürzeln „SRI“ oder „ESG“ erkennen. Bei letzterem spricht man auch von ESG-ETFs. Auch der Zusatz „sustainable“ lässt auf die Nachhaltigkeit des ETFs schließen (Beispiel: VanEck Vectors Sustainable World Equal Weight UCITS ETF).

Neben diesen Zusätzen sieht man auch Bezeichnungen wie „ex Tobacco“, „ex Alcohol“ oder „ex Gambling“. Dies deutet darauf hin, dass bestimmte Unternehmen – wie in diesem Beispiel Tabak-, Alkohol- oder Glückspielunternehmen – ausgenommen sind. Hinzu kommen Themenfonds, die sich gleich auf bestimmte nachhaltige Themen spezialisieren, wie zum Beispiel die Erneuerbare Energien ETFs.

ESG-Kriterien

Die ESG-Kriterien haben sich als Standard nachhaltiger Geldanlagen etabliert. Die Abkürzung „ESG“ steht dabei für die drei nachhaltigkeitsbezogene Unternehmensbereiche Environment, Social und Governance. Anhand verschiedener Kriterien wird so die Nachprüfbarkeit der Nachhaltigkeit der Bereiche Umwelt, Soziales und verantwortungsvoller Unternehmensführung gewährt. Die Unternehmen werden beispielsweise anhand dieser Kriterien bewertet: 

  • Environment (Umwelt): Bewertung des Investments anhand von Umweltaspekten
    • Klimawandel: Strategien zur Abmilderung beziehungsweise Anpassung des Klimawandels
    • Ressourcenknappheit: Schutz natürlicher Ressourcen und Einsatz nachhaltiger Produkte, Technologien und Infrastruktur
    • Wasser: Einsparungen, Wiederverwendung und umweltfreundliche Abwasserbehandlung
    • Artenvielfalt: Schutz der biologischen Vielfalt
  • Social (Soziales): Bewertung des Investments anhand gesellschaftlicher beziehungsweise sozialer Kriterien 
    • Mitarbeiter: Faire Bezahlung von Mitarbeitern, Möglichkeiten der Weiterbildung
    • Sicherheit und Gesundheit: Maßnahmen zur sicheren Gestaltung von Arbeitsplätzen
    • Demografischer Wandel: Einhaltung von Arbeitnehmerrechten und Nichtdiskriminierung 
  • Governance (Unternehmensführung): Bewertung der Anlage nach der Art der Unternehmensführung
    • Korruption:  Maßnahmen zur Verhinderung für Korruption, Betrug oder Bestechung
    • Aufsichtsstrukturen: Zusammensetzung von unabhängigen Kontrollorganen, Klare Prozesse zur Kontrolle
    • Risiko- und Reputationsmanagement: Einhaltung von Gesetzen und offene Kommunikation

Zahlreiche Nachhaltigkeitsratings basieren auf der Analyse dieser ESG-Kriterien. Bei der Anwendung der Kriterien wird die Nachhaltigkeit auf einer Skala von eins bis zehn bewertet. Die besten Unternehmen erhalten eine „AAA“-Bewertung.   

Beispiel: MSCI World ESG, STOXX Global ESG Leaders

SDG – Sustainable Development Goals

Die Sustainable Development Goals sind von den Vereinten Nationen (UN) ausgerufene Nachhaltigkeitsziele, die bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen. Es handelt sich um 17 Entwicklungsziele, um die weltweite ökonomische, soziale und ökologische Entwicklung zu sichern. Dazu gehören unter anderem:

  • Keine Armut
  • Kein Hunger
  • Hochwertige Bildung
  • Gesundheit und Wohlergehen
  • Gleichstellung der Geschlechter

SRI

SRI ist die Abkürzung für Socially Responsible Investing (sozial verantwortliches Investieren). Es handelt sich dabei um eine Investitionsstrategie für Anleger, die die Einbeziehung ökologischer und sozialer Kriterien in Anlageentscheidungen vorsieht.

SRI ist damit als ein Überbegriff für nachhaltige Anlagekonzepte zu verstehen. Möchten Sie sozial verantwortlich investieren, können Ihnen ESG-Kriterien dabei helfen, die richtigen Öko-ETFs zu finden. 

Beispiel: MSCI World SRI

EU-Transparenzverordnung soll nachhaltige Geldanlagen vergleichbar machen

Trotz ESG- und SRI-Kriterien ist der Markt nachhaltiger Geldanlagen weiterhin unübersichtlich. Aus diesem Grund hat die EU mit der Offenlegungs- und Transparenzverordnung (TVO) versucht, ein einheitliches Regelwerk für die Beurteilung der Nachhaltigkeit von Geldanlagen zu schaffen. Auf dieser Basis sollen Finanzdienstleistungen vergleichbar gemacht werden. Die Verordnung findet ihren Ursprung in der Klimaschutzverordnung und dem Pariser Klimaabkommen. Zusätzlich soll die Verordnung den Unternehmen dabei helfen ihre Klimaziele zu erreichen.

Anbieter von Anlageprodukten sind nun dazu verpflichtet, nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten zu erfüllen, zum Beispiel über

  • Artikel 8: Fonds und ETFs, die mit nachhaltigen Argumenten werben (ESG, Sustainability und so weiter) 
  • Artikel 9: Komplett nachhaltige Anlagen (sogenannte Impact Fonds)

Ob grüner, Umwelt- oder Öko-ETF: Wie kann man nachhaltig investieren?

Mit nachhaltigen Geldanlagen können Anleger umweltfreundliche und soziale Projekte unterstützen. Wer sein Geld nachhaltig anlegt, kann mit einem ETF zum Beispiel den Klimaschutz fördern. Zudem können Anleger mit nachhaltigem Anlagefokus eine angemessene Rendite erzielen. Eine Möglichkeit, nachhaltig zu investieren, bietet der ETF Configurator von Raisin Invest.

Der ETF Configurator bietet Anlegern die Möglichkeit, aus über 180 ETFs und Indexfonds ihr eigenes nachhaltiges Portfolio zusammenzustellen. Dabei können Sie die Aktienallokation selbst wählen. Mit einem Portfolio von bis zu 10 ETFs können Sie in ein großes Spektrum von Unternehmen investieren, sodass das Risiko breit gestreut ist. Wenn Sie den Filter „nur nachhaltige ETFs“ im Fondsmixer auswählen, erhalten Sie eine Übersicht über ETFs, welche die nachhaltigen Kriterien erfüllen.

Ob Sie sich für die einmalige Investition, den nachhaltigen ETF-Sparplan oder beides entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Der ETF Configurator kann schnell und einfach mit einem nachhaltigen ETF-Sparplan bespart werden – und das bereits ab einer Sparrate von 50 € pro Monat.

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Kann man mit nachhaltigen ETFs Renditen erzielen?

Die Meinung, dass sich nachhaltige Investitionen negativ auf die Rendite der Anleger auswirkt, hält sich hartnäckig. Diese Behauptung wurde jedoch durch zahlreiche Studien widerlegt. Geldanlagen, die nach ESG-Kriterien ausgewählt wurden, weisen kein schlechteres Risiko-Rendite-Profil als herkömmliche ETFs auf.

Das zeigt auch ein Vergleich der Entwicklung des MSCI World SRI und des MSCI World. Mit dem nachhaltigen MSCI World SRI konnte im Vergleich sogar eine höhere Rendite erwirtschaftet werden.

Cumulative Index Performance - Gross Returns ($) 09.2007 - 06.2022

Wie wählen nachhaltige Indizes die Titel aus?

Bestimmte Indizes und Fonds schließen von vornherein Unternehmen aus, die in umstrittenen Sektoren wie der Herstellung von Kriegswaffen, Alkohol oder Tabak tätig sind. Unternehmen, die Kinderarbeit zulassen oder ihr Geld durch Glücksspiele oder anstößige Inhalte verdienen, werden ebenfalls nicht aufgenommen. Diese negativen Ausschlusskriterien sind oft der erste Schritt zu einem nachhaltigen Index.

Die Top Ten Ausschlusskriterien in Deutschland 2021

Neben diesen absoluten Ausschlusskriterien gibt es auch relative Kriterien, nach denen die Auswahl nachhaltiger Unternehmen stattfinden kann. Rund 82,00 % aller Nachhaltigkeitsfonds beziehungsweise ETFs haben 2021 die ESG-Integration angewandt. Dabei handelt es sich um eine Selektionsverfahren, welches streng nach den ESG-Kriterien bewertet. Auch das normbasierte Screening ist weit verbreitet. So wird bei 80,00 % aller Fonds und ETFs geprüft, ob sie dem UN Global Compact entsprechen. Die zehn festgelegten Prinzipien des UN Global Compacts beziehen sich auf die Einhaltung der Menschenrechte, Maßnahmen zum Umweltschutz, soziale Arbeitsnormen und der Bekämpfung von Korruption.

Eine weitere Möglichkeit der Selektion ist der Best-in-Class-Ansatz. Dieser wurde bei 65,00 % aller nachhaltigen Fonds beziehungsweise ETFs verwendet. Bei diesem Ansatz werden die Unternehmen einer bestimmten Branche nach ESG-Kriterien sortiert. Diese sollen die Unternehmen herausfiltern, die in ihrer Klasse beziehungsweise in ihrem Sektor die besten Nachhaltigkeitsleistungen erbringen.

Alternativ wird auch das sogenannte Impact Investing genutzt. Hiermit sind Investitionen in Unternehmen gemeint, die eine messbare soziale beziehungsweise ökologische Auswirkung zum Ziel haben und gleichzeitig Rendite erzielen. Der Großteil der Anbieter nutzt eine Kombination mehrerer dieser Auswahlverfahren, um den Index weiter zu spezifizieren.

Diese Auswahlkriterien wurden 2021 am häufigsten angewandt

Kosten: Sind nachhaltige ETFs teurer als die herkömmliche Variante?

Die Analyse zur Nachhaltigkeit von Unternehmen kann viel Zeit in Anspruch nehmen und sich auf die Kosten der Nachhaltigkeitsfonds auswirken. Egal ob bei nachhaltigen oder konventionellen Fonds – ein genauerer Blick auf die Gebühren lohnt sich. Denn die Kosten wirken sich auf die Rendite des nachhaltigen Investments aus. Um die Kosten zu vergleichen, sollten die Kosten der nachhaltigen und nicht nachhaltigen Variante miteinander verglichen werden. So können Sie prüfen, in welchem Umfang sich der Nachhaltigkeitsaspekt auf die Kosten auswirkt. 

Nachhaltige ETFs sind wesentlich kostengünstiger als die aktiven Fonds, da diese passiv verwaltet werden. Aufgrund der niedrigeren Kosten kann mit einem nachhaltigen ETF oft eine höhere Rendite erzielt werden als mit den teureren nachhaltigen Fonds.

Vor- und Nachteile nachhaltiger ETFs zusammengefasst

Vorteile

Nachteile

  • Nachhaltige ETFs ermöglichen Anlegern umweltbewusst zu investieren und sich für Themen wie den Klimawandel einzusetzen
  • Bei der Investition in einen nachhaltigen ETF braucht nicht auf Rendite verzichtet zu werden 
  • Das Risiko von nachhaltigen ETFs ist mit nicht nachhaltigen Anlagen gleichzusetzen. Aufgrund der strengeren Selektion kann das Risiko in einigen Fällen sogar reduziert werden. 
  • Die Geldanlage geht mit einem guten Gewissen einher. Man spricht in diesem Zusammenhang oft von „doppelter Rendite“
  • Keine einheitliche Definition für nachhaltige Geldanlagen
  • Zahlreiche Begrifflichkeiten ohne Abgrenzung: grüne ETFs, Umwelt-ETFs, Ökö-ETFs und so weiter
  • Aufgrund der Spezifikation enthält die nachhaltige Variante oft weniger Titel als der herkömmliche ETF
  • Auch ein nachhaltiger ETF unterliegt dem klassischen Marktrisiko

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