Zinsentwicklung: Wie lautet die Zinsprognose für die Zukunft?

✔  Zinsentwicklung: Niedrige Zinsen können beispielsweise dazu beitragen, die Entwicklung der Kreditzinsen zu senken, während Zinserhöhungen die Zinsen auf Geldanlagen steigern können.

✔  EZB: Im Jahr 2022 hat die EZB eine Zinswende eingeleitet und die Leitzinsen nach mehreren Jahren wieder erhöht, was auch auf die Zinsen für Spareinlagen Auswirkungen zeigt.

✔  Geldanlage: Um von attraktiven Zinsen zu profitieren, können Tagesgeld- und Festgeldkonten zur Geldanlage genutzt werden.

Was versteht man unter Zinsentwicklung?

Die Zinsentwicklung bezieht sich auf die Veränderungen der Zinssätze im Laufe der Zeit. Dies kann sich auf die Entwicklung verschiedener Arten von Zinsen beziehen, darunter Sparzinsen, Kreditzinsen, Darlehenszinsen, Bauzinsen und andere Finanzierungskosten. Die Entwicklung der Zinsen kann eine wichtige Rolle für Verbraucher, Unternehmen und die Gesamtwirtschaft spielen. 

Aus diesem Grund kann es für Sparer sinnvoll sein, sich über die aktuelle Zinsentwicklung zu informieren und die möglichen Auswirkungen auf ihre finanzielle Situation beziehungsweise ihre Geldanlage zu berücksichtigen. Die Zinsentwicklung wird durch die geldpolitischen Entscheidungen von Zentralbanken wie der Europäischen Zentralbank (EZB) beeinflusst, die die Leitzinsen festlegen.

Einfluss der EZB auf die Zinsentwicklung

Die EZB spielt eine zentrale Rolle bei der Festlegung der Geldpolitik im Euroraum und hat daher einen erheblichen Einfluss auf die Zinsentwicklung. Der wichtigste Leitzins, der Hauptrefinanzierungssatz, ist der Zinssatz, zu dem Banken sich von der EZB Geld leihen können. Diese Zinssätze beeinflussen wiederum die Zinssätze, zu denen Banken Geld an ihre Kunden verleihen oder auf deren Einlagen Zinsen zahlen.

Wenn die EZB die Leitzinsen senkt, werden Kredite günstiger und Sparzinsen können sinken. Dies kann dazu führen, dass Verbraucher und Unternehmen mehr Geld ausgeben und investieren, was die Wirtschaft ankurbeln soll. Umgekehrt kann eine Erhöhung des Leitzinses dazu führen, dass Kredite teurer werden und die Sparzinsen steigen, was die Wirtschaft möglicherweise verlangsamt, jedoch auch die Inflation eindämmen kann. 

Unter anderem aufgrund der hohen Inflation nach der Coronapandemie und steigender Energiepreise hat die EZB Mitte 2022 beschlossen, die Leitzinsen zum ersten Mal seit elf Jahren zu erhöhen. Auf diese Ankündigung folgten mehrere Zinserhöhungen, um der hohen Inflationsrate im Euroraum entgegenzuwirken. Seit dieser Zinswende liegt der Hauptrefinanzierungszins bei aktuell 4,50 % (Stand: 03.2023).

Auswirkung des Zinsverlaufs auf verschiedene Zinsarten

Die Änderungen der Leitzinsen können sich auf verschiedene Zinssätze auswirken. Wenn die EZB den Leitzins senkt, neigen beispielsweise auch die Zinsen für Spareinlagen dazu, zu sinken, und umgekehrt. Denn Banken geben die Zinsen, die sie für das Deponieren von Geld bei der EZB erhalten, in der Regel an ihre Kunden weiter. Die folgenden Zinssätze können von der Zinsgebung der EZB und somit durch Zinsentwicklungen – positiv sowie negativ – beeinflusst werden:

  • Sparzinsen: Sparzinsen bezeichnen die Zinssätze, die Banken ihren Kunden für Einlagen auf klassische Sparkonten, Tagesgeldkonten oder Festgeldkonten zahlen. In Zeiten von Leitzinserhöhungen können Sparer von attraktiven Zinsen auf ihre Spareinlagen profitieren. 
  • Kreditzinsen: Kreditzinsen beziehen sich auf die Zinssätze, die Kreditnehmer an Banken oder andere Kreditgeber zahlen, wenn sie sich Geld leihen. Dies kann verschiedene Arten von Krediten umfassen, wie persönliche Kredite, Autokredite oder Kreditkartenkredite. Die Entwicklung der Kreditzinsen hängt neben der Zinspolitik der EZB von weiteren Faktoren ab, wie der Bonität des Kreditnehmers.
  • Darlehenszinsen: Darlehenszinsen werden spezifisch für Immobilienkredite oder Hypothekendarlehen genutzt. Es handelt sich um Zinssätze, die Kreditnehmer zahlen, um sich Geld für den Kauf oder die Refinanzierung von Immobilien zu leihen. Diese Zinssätze werden oft über einen längeren Zeitraum festgelegt und können von den kurzfristigen Zinssätzen, die von der EZB beeinflusst werden, abweichen.
  • Bauzinsen: Bauzinsen sind eine spezielle Art von Darlehenszinsen, die für Baukredite oder Baufinanzierungen gezahlt werden. Diese Zinssätze können von den kurzfristigen Leitzinsen der EZB beeinflusst werden, hängen jedoch ebenfalls von anderen Faktoren ab, wie dem Anleihenmarkt, der allgemeinen Lage des Immobilienmarktes oder der Sollzinsbindung der Baufinanzierung.

Zinsprognose: Wie werden sich die Zinsen entwickeln?

Die genaue Zinsentwicklung in Deutschland beziehungsweise im Euroraum ist nicht vorhersehbar, wodurch für das weitere Jahr 2024 lediglich Prognosen möglich sind. Denn die zukünftige Zinsentwicklung ist unter anderem von wirtschaftlichen Indikatoren, Inflationsraten, der Geldpolitik der Zentralbanken und globalen Finanzmarktbedingungen abhängig. Experten gehen davon aus, dass die derzeit sinkende Inflation dazu beiträgt, dass die EZB die Leitzinsen bis Ende 2024 senken könnte (Stand: 03.2024). Dadurch könnte das Ziel der Zentralbank, eine mittelfristige Inflationsrate von 2,00 % zur Gewährleistung der Preisstabilität anzustreben, erreicht werden.

Zinsentwicklung für Tages- und Festgeld

Die Zinssätze für Tages- und Festgeld stiegen analog zu den Leitzinsen im vergangenen Jahr 2023 kontinuierlich an. Klassische Sparprodukte, wie Girokonten und Sparbücher, wurden im Vergleich weniger von dieser Zinswende beeinflusst und Sparer erhalten darauf auch aktuell kaum Zinsen. Daher kann es sich lohnen, Erspartes auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto anzulegen.

Auf einem Tagesgeldkonto steht das Guthaben täglich zur Verfügung, während es auf einem Festgeldkonto für eine festgelegte Laufzeit angelegt wird und erst am Ende dieser Laufzeit verfügbar ist. Die höhere Flexibilität des Tagesgeldkontos wird in der Regel durch niedrigere Zinsen als beim Festgeldkonto ausgeglichen.

Die Tatsache, dass die Zinsen für Festgeld während der gesamten Laufzeit unveränderlich bleiben, kann sich besonders in Zeiten fallender Zinsen als vorteilhaft erweisen. Bei steigenden Zinsen hingegen könnte ein Tagesgeldkonto eher geeignet sein, um von höheren Zinsen zu profitieren. Da im Ausland die Zinsen für Tages- und Festgeld höher ausfallen können, kann es sich lohnen, einen Blick über die Landesgrenzen hinauszuwerfen. In den jeweiligen Ländern wird die Zinsentwicklung neben der Geldpolitik der EZB von der wirtschaftlichen Situation des Landes und dem Sparverhalten der Menschen beeinflusst. Von einem positiven Zinsverlauf bei der Geldanlage im Ausland können deutsche Sparer profitieren.

Bei WeltSparen sind attraktive Zinsen für Festgeld und Tagesgeld in Deutschland oder dem europäischen Ausland möglich. Die Spareinlage ist dabei durch die EU-weite Einlagensicherung bis zu 100.000 € pro Kunde und Bank abgesichert. 

Durch die große Anzahl an Angeboten für Tages- und Festgelder können Sparer von der aktuellen Zinsentwicklung profitieren und so der Inflation entgegenwirken. Dabei können Tagesgeldzinsen bis zu 3,51 % und Festgeldzinsen bis zu 3,70 % erzielt werden.

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